Die Betonzeitschiene
Die Betonzeitschiene befindet sich auf dem Gelände des ehemaligen Plattenwerkes Dresden Johannstadt, des einzigen stationären Plattenwerkes in Dresden nach dem 2. Weltkrieg bis zur friedlichen Revolution. Das frei zugängliche micromuseum® für Plattenbau widmet sich der industriellen Modulbauweise im Wohnungsbau, Dresdner Stadtgeschichte und universalen Grundfragen menschlichen Wohnens.
Zurzeit befindet sich die Betonzeitschiene im Umbau und in der Weiterentwicklung. Deshalb kann man das Projekt aktuell nur nach Absprache bzw. Anmeldung besichtigen.
Ein Bericht des "Dresden Fernsehen" zum Umzug der Betonzeitschiene.
Beitrag zur Stadtidentität
Das Land- bzw. Environment Art Projekt ist ein wichtiger Ort lokaler und städtischer Identitäsbildung und Stadterneuerung.
Auf einem Pfad aus Betonplatten und Informationsstellen kann sich der Besucher durch das micromuseum® und damit durch die Geschichte bewegen, entlang recycelter Originalexponate aus dem ehemaligen Betonwerk - immer mit Blick auf den Makrokontext, die Johannstädter Plattenbauten.
Dabei erzählt die Betonzeitschiene auf poetische Weise von der wechselvollen Geschichte der Stadt Dresden und des Stadtteils Johannstadt, von Architektur und Technologie des industriellen Plattenbaus sowie vom Wohnalltag vieler Menschen. Mit den viele faszinierende Zusammenhänge, wie urbaner Wandel, Platzbedarf, Re-Naturalisierung und Kultivierung, werden aufgezeigt. Die Betonzeitschiene erzählt aber auch von Aufbau, Zerstörung und Wiederaufbau. Frei von positiver wie negativer Verklärung soll eine sachliche Diskussion zum Stadtbild von Dresden und zum weltweiten Phänomen des industriellen Wohnungsbaus in Modulbauweise ermöglicht werden.
Auf diese Weise trägt die Betonzeitschiene zu einem selbstbewussten Umgang mit dem eigenen baulichen Erbe in Dresden bei. Sie schafft in der Öffentlichkeit ein Bewusstsein für die Vielfalt der Dresdner Stadt- bzw. Architekturlandschaft und bietet damit die Chance für eine Wahrnehmung unterschiedlicher Bauformen und urbaner Landschaften in der Stadt. Damit wird das barocke Dresdner Image positiv erweitert.
Die Johannstadt ist ein stadtgeschichtlich junger und inhomogener Stadtteil, bestehend aus einer städtebaulich reizvollen Mischung aus Gründerzeit, Plattenbau, Nachwendebauten, Freiflächen und Brachen, mit einem überdurchschnittlichen Altersdurchschnitt der Bevölkerung und einem relativ hohem Anteil in jüngerer Zeit zugegezogener Menschen anderer Nationalitäten. Mit ihren vielen lokalen stadtgeschichtlich und städtebaulich relevanten Themen, Kann sie zur gemeinsamen Identifizierung der vielschichtigen Bevölkerung mit Ihrem Stadtteil und mit Dresden, was wiederum die Außenwahrnehmung verbessert und zu einem positiven Image der Johannstadt beitragen.
